Detail

«Next Strategy»: Wie KI Unternehmen und Führung neu definiert

HSG Alumni
19.04.2026

150 HSG-Alumnae und -Alumni diskutieren über Tempo, Verantwortung und die strategische Verankerung von Künstlicher Intelligenz.

von links nach rechts: Adi Stucki, Ivo Blohm, Elisabeth Rizzi, Monica Dell'Anna, Balz Zürrer, Rudolf Schmid und Adrian Zwingli

 

Ein ausgebuchter Saal, 150 Teilnehmende und eine zentrale Frage: Wie verändert Künstliche Intelligenz die strategische Führung von Unternehmen? Der Event «Next Strategy: Unternehmen neu denken mit KI», organisiert vom HSG Alumni AI Club und dem EMBA HSG Alumni Stamm Zürich, zeigte eindrücklich, dass es dabei um weit mehr geht als um Technologie. 

Im Zentrum stand die Erkenntnis, dass KI-Geschäftsmodelle, Wertschöpfung und Führungslogiken grundlegend verändert. Strategie bleibt dabei der entscheidende Orientierungsrahmen – muss jedoch deutlich schneller, flexibler und kontinuierlicher gedacht werden. In einer ohnehin zunehmend dynamischen und komplexen Welt verschärft KI vor allem einen Faktor: das Tempo. Geschwindigkeit als neue Realität – Das wohl prägnanteste Learning des Abends.  Organisationen müssen lernen, schneller zu scheitern – und daraus zu lernen. Die Geschwindigkeit, mit der sich KI entwickelt, zwingt Unternehmen dazu, Entscheidungs- und Lernzyklen drastisch zu verkürzen. Strategie bleibt, aber anders gedacht. Trotz aller Dynamik bleibt Strategie das Fundament unternehmerischen Handelns. Vision und Mission behalten ihre Rolle als Leitplanken. Gleichzeitig wird es zentral, auch zwischen klassischen Strategiezyklen handlungsfähig zu bleiben und Anpassungen laufend vorzunehmen. 

Der «AI Spine» als strukturelles Rückgrat

Ein wiederkehrendes Motiv war die tiefe Verankerung von KI im Unternehmen. Der von Ivo Blohm geprägte Begriff des «AI Spine» beschreibt dabei die Notwendigkeit, KI in die zentralen Prozesse zu integrieren. KI ist kein Projekt und keine isolierte Initiative – sie ist eine strukturelle Transformation, die im operativen Geschäft stattfinden muss. 

Mitarbeitende im Zentrum der Transformation. Transformation gelingt nur, wenn alle Mitarbeitenden verstehen, wohin die Reise geht. Ohne klares Zielbild entsteht Unsicherheit und Stillstand. Gleichzeitig wird «KI lernen» zur neuen Grundkompetenz – vergleichbar mit Lesen und Schreiben. Es geht nicht um einzelne Rollen wie einen «Head of AI», sondern um die Befähigung der gesamten Organisation. 

Prof. Dr. Ivo Blohm, Assoziierter Professor für Wirtschaftsinformatik

 

Ein weiterer Perspektivenwechsel

KI bedeutet auch, Delegieren neu zu definieren. Unternehmen müssen lernen, wie sie mit intelligenten Systemen und Agenten zusammenarbeiten und Aufgaben gezielt übergeben. 

Verwaltungsräte in der Pflicht – Besonders deutlich fiel die Diskussion zur Rolle der Verwaltungsräte aus. Wer KI nicht aktiv adressiert, vernachlässigt seine Aufsichtspflicht. Denn der Umgang mit technologischen Disruptionen ist integraler Bestandteil eines zeitgemässen Risikomanagements. Verwaltungsräte müssen ein klares Zielbild für die Zeit nach der AI-Disruption entwickeln – und dessen Umsetzung aktiv begleiten. Die Diskussionen mit Referierenden wie Monica Dell’Anna, Ivo Blohm und Balz Zürrer sowie Moderator Adrian Zwingli machten deutlich: Viele Unternehmen stehen noch am Anfang ihrer KI-Reise. Gleichzeitig ist klar, dass der entscheidende Hebel nicht in einzelnen Initiativen liegt, sondern in der strategischen und operativen Verankerung. 

Spätestens nach der kurzweiligen Diskussionsrunde mit den Referierenden wurde klar: KI entfaltet ihre Wirkung nicht am Rand, sondern im Kern des Unternehmens. Ohne klare Vision, ohne Integration in die Wertschöpfung und ohne aktives Engagement von Führung und Verwaltungsrat bleibt ihr Potenzial ungenutzt. 

Einen visuellen Rückblick mit weiteren Eindrücken und Stimmen vom Event gibt es hier: